Logbuch

Das Tumblelog von Probek.
Apr 13
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@Bayernfan:

Keine Angst, ihr könnt und sollt ruhig Meister werden. Ich habe schon deshalb kein Problem damit, weil ich nie so werden will wie ein FC Bayern-Kunde.

Denn was käme für Schalke nach der Meisterschaft? Ich finde das ewige Harren viel schöner und ich will niemals so satt und leer dreinblicken wie all die Bayern-Kunden. Ich lache jedenfalls von Herzen, wenn sie überall im Lande singen „Ihr werdet nie Deutscher Meister.“ Na und! Sind wir so oder so der geilste Verein der Welt und ein Mythos braucht keine Meisterschaft!

Ich zitiere mal aus einem Schalke-Forum, wo (nicht nur dort) ähnlich über die Bayern gedacht wird:

»Die große Mehrzahl der Menschen, die sich zum FC Bayern (besser: zur Bayern AG) bekennen, sind keine Fans, sondern Kunden, bzw. Fernseh- und Show-Konsumenten. Für sie ist Bayern die erste Wahl, weil das Produkt ihre oberflächlichen Bedürfnisse am besten befriedigt: Die überrragende Präsenz von Beckenbauer, Hoeness, Ribery, van Gaal & Co. im Jubel-Fernsehen (sky, dsf/sport1), die große Anzahl von Bayern-Fanartikeln und der Glaube an den Glanz der zahllosen Bayern-Trophäen lassen das Preis-Leistungs-Verhältnis günstig erscheinen.

Bezeichnend ist auch, dass der Schickeria-Verein die größte Zahl von Promis, VIPs und vor allem Snobs anzieht und seine Ehrentribüne regelrecht zur Bühne („sehen und gesehen werden“) für diese Leute mutiert ist. DasTV überträgt dann so wichtige Ereignisse wie Boris Beckers Gähnen, Thomas Gottschalks In-der-Nase-Bohren und das Husten eines beliebigen unbeliebten Politikers…

In der Mehrzahl der Fälle ist es eine billige, leidenschaftslose und charakterschwache Entscheidung, die Bayern zu seinem Lieblingsverein zu küren. Sie kostet vielleicht ein paar Euro jährlich für die neusten Home-, Away- und Champions-League-Trikots und für den Bayern-Haussender Sky. Doch sie kostet keine Mühe, keine Schwerzen, keine Hingabe. Ein typischer Bayernfan kennt gar nicht das Gefühl der Verzweiflung, wenn sein Klub mit dem Rücken zur wand steht. Er schleppt sich nach einem verlorenen Spiel nicht wie gelähmt zur Arbeit oder er grübelt nicht permanent über das drohende (finanzielle) Aus.

Der typische Bayernfan leibt die Bequemlichkeit und darf sich sicher sein rundum versorgt zu sein mit der Hofberichterstattung in den Medien (insbes. DSF/sport1, Sky, Bild uvw.) und all den Erfolgen. Er wählt den Weg des geringsten Widerstands und scheut das Risiko, enttäuscht zu werden, und hasst es zu verlieren.

Kurzum: Kinder, die nach einer verlorenen Partie „Mensch, ärgere dich nich! “ wutentbrannt das Spielbrett vom Tisch fegen, werden meistens auch Kunden der FC Bayern AG.

Verräterisch auch: In fast jeder Diskussion mit einem Bayern-Kunden kommt früher oder später immer der Verweis auf die größeren Erfolge und immer der gleiche Konter: „Du bist ja nur neidisch.“ Eine absurde Behauptung ist das, die nichts weiter bloßstellt, als das Konsumenten-Verständnis eines Bayern-“Fan“. Neidisch kann man ja wohl nur auf etwas sein, das ein anderer hat und das man sich selbst nicht leisten kann. Auf die Villa des Nachbarn etwa. FC Bayern-Fan und -Kunde kann jeder jederzeit werden!

Als Bayern-Kunde versteht man es einfach nicht, dass man sein Herz einem Verein schenkt, der schlechtere technische/finanzielle Daten hat und z.B. seit 50 Jahren halt keine Meisterschaft mehr gewonnen hat uvm.. Ein echter Fan aber denkt nicht nur an diese Daten, er vergleicht nicht die Zahl der Titel, und er bewundert nicht die Rekorderlöse seines Vereins. Denn ein leidenschaftlicher Fan handelt leidenschaftlich und emotional. Er ist wie ein Verliebter, der auch mit einer grauen Maus das glücklichste Leben führen kann. Ob es die Bayern-Kunden hier wahrhaben wollen oder nicht: Keine einziger Schalkefan würde auch nur ein einziges gutes Spiel seines S04 gegen zehn Meisterschaften des FC Bayern eintauschen wollen.

Für die Bayern-Kundschaft ist das unvorstellbar. Für die ist ausschließlich der Erfolg sexy. Wenn der FCB einmal nicht um die Meisterschaft spielt, erlischt bekanntlich das Interesse schneller als es aufkam.

Die Bayern AG ist ein professionell geführtes Unternehmen, blablabla, aber eben eines ohne Charme. Sie ist umgeben von einer Aura der Macht, Überlegenheit und Arroganz. Die Klub-Zentrale an der Säbener Str. sieht aus wie geleckt und erinnert an den Stammsitz einer Immobiliengesellschaft. Und die Trainingsplätze an der Säbener Straße sind umgeben von hohen Zäunen, damit die Anhänger/Kunden den Fußball-Millionarios nicht zu nahe kommen können.

Die Handvoll leidenschaftlicher Fans, die der FC Bayern neben den unzähligen Kunden noch hat, werden von der Vereinsführung behandelt wie Dreck am Ärmel. Wer dieser AG wirklich emotional noch anhängt, wird – trotz all der sportlichen Erfolge – von mir als Schalker nicht beneidet, sondern verdient mein Mitleid.«

“Königsblau-bis-in-den-Tod” zitiert einen Bayernfanbemitleider in den Kommentarspalten des “Indirekten Freistoss”, Quelle für das Zitat ist leider unbekannt (“aus einem Schalke-Forum”). Sollte hier einer Urheberrechtsansprüche für den Text anmelden, bitte ich vor Abmahnung um kurze Notiz.

(Ja ja, Fullquote, äh, Vollzitat = uncool, ich weiß. Aber so ein schöner Text! Wo soll man da kürzen!?)


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